Geruch: Duft oder Gestank?
Der Geruchssinn ist für uns Menschen sehr wichtig und unterstützt uns bei der Beurteilung der Umwelt, der Nahrungsmittel oder unserer Mitmenschen. Gerüche können Wohlbefinden und Ekel auslösen, zum Verweilen einladen oder den Fluchtinstinkt wecken. Ein Geruch kann auf diese Weise anregend sein oder krank machen.
Daher ist der Geruchssinn ein Sinn, den man Ernst nehmen sollte, wenn er sich meldet.
Wenn unangenehme Gerüche im Innenbereich von Gebäuden auftreten, ist immer Aufmerksamkeit geboten. Es kann sich um einen Neugeruch nach Renovierung oder von neuen Möbeln handeln, der spätestens nach drei Monaten verflogen sein sollte. Geruchsquellen können aber auch Schäden am Gebäude, überalterte Baustoffe sowie die nicht fachgerechte Anwendung von Klebstoffen, Farben, Lacken oder Reinigungsmitteln sein.
Oft sind Gerüche im Innenraum lediglich unangenehm, beeinträchtigen das Wohlgefühl und weisen auf ein Problem in der Bausubstanz oder der Nutzung hin. Kommen unspezifische Symptome wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, Atemwegsbeschwerden hinzu, kann der Geruch auf eine Schadstoffbelastung hinweisen, wie dies beispielsweise bei älteren Fertighäusern oder nach Renovierungen vorkommt.
Geruch durch Feuchtigkeitsschäden
Gerüche können auf Feuchtigkeitsschäden hindeuten. Schimmelpilzbefall riecht man meist früher als man ihn sieht. Weitgehend unsichtbar bleibt eine Besiedlung mit Bakterien bei länger anhaltender, versteckter Feuchte, aber geruchlich ist sie wahrnehmbar (Kellergeruch). Daneben können unter Feuchteeinfluss verschiedene Baumaterialien verstärkt Gerüche entwickeln, wenn sie sich zersetzen.
Gerüche in Neubauten, nach Umbau oder Renovierung
Nach Baumaßnahmen, dem Verlegen von Fußbodenbelägen oder dem Aufbau neuer Möbel können in Innenräumen verstärkt Gerüche auftreten. Dabei handelt es sich um leicht flüchtige Inhaltsstoffe aus Lacken, Farben, Grundierungen, Klebern oder um Hilfstoffe oder Verunreinigungen aus der Produktion. Aber auch durch den Kontakt mit Sonnenlicht oder Luft können Abbau- und Reaktionsstoffe entstehen, die zu einer Geruchsbildung in Gebäude führen können. Problematischer und oft länger anhaltend sind Geruchsentwicklungen durch Fehler bei der Verarbeitung. Dies ist unabhängig davon, ob konventionelle, petrochemische Produkte oder Naturprodukte verwendet wurden.
Geruchsbildung durch Tierbefall oder Fäkalschäden
Gerüche durch Tierbefall oder Fäkalien entstehen durch Zersetzungsprozesse organischer Materie und erfordern die Beseitigung der Quelle (Tiere, Ausscheidungen, kontaminierte Materialien) sowie eine gründliche Sanierung mittels spezieller Reinigung, Ozonbehandlung oder Mikroorganismen, um die muffigen, fauligen oder scharfen Gerüche zu neutralisieren, die oft aus flüchtigen organischen Verbindungen (MVOC) wie Aminen, Schwefelverbindungen oder Ammoniak stammen.
Gerüche in alten Fertighäusern
Gerüche in alten Fertighäusern stammen oft von Zersetzungsprodukten wie Chloranisolen (modrig, muffig, süßlich), die aus Holzschutzmitteln (PCP, Lindan) entstehen, und Schadstoffen wie Formaldehyd (stechend, säuerlich) sowie die Holzschutzmittel selbst aus Spanplatten, die in Wand-, Decken- und Bodenkonstruktionen verbaut wurden. Hinzu kommen Schimmelpilzgerüche bei Feuchtigkeitsschäden und andere Stoffe wie PAK, die aus Abdichtungen oder Klebern freigesetzt werden können.
Geruch durch Brandschäden oder Tabakrauch
Gerüche durch Brandschäden und Tabakrauch sind hartnäckig, da schädliche Gase und Partikel tief in Oberflächen eindringen und chemische Verbindungen hinterlassen, die Gesundheitsrisiken bergen können (Atemwege, Kopfschmerzen). Während bei leichten Fällen Lüften und eine gründliche Reinigung helfen können, erfordert die vollständige Entfernung bei Brandschäden eine professionelle Tiefenreinigung mit speziellen Staubsaugern, Dampfreinigern, Ozonbehandlungen, Aerosolen und Versiegelungen, um Ruß, Schadstoffe und Geruchsmoleküle effektiv zu neutralisieren und Folgeschäden zu vermeiden.
Geruchsprüfer kdR
Wir sind Geruchsprüfer kdR und können durch Geruchsprüfung vor Ort die Geruchsquelle eingrenzen oder geeignete Laboranalysen empfehlen, um der Ursache auf die Spur zu kommen.
Der menschliche Geruchssinn ist bis heute allen bekannten chemischen Methoden zur Geruchsanalytik überlegen: Er ist immer „eingeschaltet“ und häufig auch sensibel für sehr geringe Geruchsstoffkonzentrationen.
Unseren Geruchssinn trainieren wir im Rahmen regelmäßiger fachlicher Weiterbildungen.
Wir analysieren und bewerten die Geruchsbildung, führen eine Quellensuche durch und beraten Sie bei der Reduzierung und Sanierung.
- Bestandsaufnahme Gebäude mittels Fragebogen/Ortsbegehung
- Anamnese bei gesundheitlichen Beschwerden
- Begehung, Geruchsprüfungen vor Ort oder im Labor
- Raumklimamessung
- Materialprüfungen
- Raumluftanalysen
- Probennahme und Analyse in zertifizierten Laboren
- Aus- und Bewertung der nachgewiesenen Stoffe zur Quellensuche
- Empfehlung von Handlungs- und Sanierungsmaßnahmen
Haben Sie noch Fragen?
Rufen Sie uns unter 0561 – 92039530 an.


